Ein paar Gedanken zum Sport.

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In den Sommerferien hatte ich vor drei Wochen mit dem Sport zu pausieren. Mein Mann hatte zwei Wochen Urlaub, das Wetter war wunderschön und heiß und wir wollten viel Zeit mit den Kindern und miteinander verbringen. Aus den 3 Wochen wurden dann 6 Wochen Sportpause weil ich mich entschlossen habe zwei Zimmer im Haus gründlich zu renovieren und noch ein paar Dinge rund um unser Zuhause auf den Weg zu bringen bevor die Schule wieder los geht. Als die Kinder wieder zur Schule gingen und ich wieder mit dem Sport begann stellte ich fest dass 6 Wochen schon reichen um diese Pause im Ausdauertraining deutlich zu spüren. Dort mehr noch als an den Geräten. Das finde ich ernüchternd! So viel Anstrengung, ein Jahr lang, und das Erarbeitete trägt nichtmal 6 Wochen?! Das könnte ein Grund dafür sein warum ich Sportler gerne in einer gewissen Hinsicht etwas „unentspannt“ erlebe. Wer will schon dass es einen wieder so zurück wirft nur wegen ein bisschen Pause? Während des Jahres habe ich schon bemerkt dass die Erwartungen an sich selbst und die Ziele in dem Maße ansteigen wie sich die Möglichkeiten entwickeln. Sport gewinnt ständig an Wichtigkeit und zieht Kreise in die Ernährung, dem Leben. In gewisser Weise ist das ja gut, wenn es nicht zwanghaft wird. Und diese Linie zum „verkrampften“ ist dünn! Da muss man sich sehr genau beobachten und auch mal einen Schritt von sich zurück tun um zu sehen wo man steht. Oft, wenn Menschen von etwas begeistert sind bekommen die gefundenen Haltungen dogmatische, wenigstens polarisierende Züge. Natürlich auf kosten der Flexibilität im Kopf. Bis zum nächsten gefundenen Thema. Ich mag es Dinge länger zu verfolgen, mir anzusehen und nicht jede Woche eine andere Sau durchs Dorf zu treiben. Ausdauer und Beständigkeit interessiert mich! Wahrscheinlich mag ich daher auch den Ausdauersport am liebsten. Mein Mann bewegt sich da schon eher in den Extremen, er sucht sich Ziele. Er braucht das aber auch weil für ihn ein intensives Beschäftigne mit dem Sport neben einem 12 Stunden Tag oft mehr als hart ist und das nur phasenweise gelingt wenn man „ein bisschen mehr muss“ wegen seinem selbstgesteckten Ziel.

Ich für mich habe gesehen dass in einer Hinsicht eine solche große Pause wertvoll ist. Ich habe mich kopfmässig wieder komplett entspannt und sehe wieder ganz klar dass ich mich mit dem Sport nur beschäftige damit es mir im Alltag besser geht. Und das tut es definitiv! Der Sport soll meinem Leben dienen, nicht ich dem Sport dienen. Diese Erkenntnis neu zu spüren finde ich wichtig. Aber ich habe auch erlebt dass es eine gewissen Anstregnung braucht um an dem vorherigen Stand anzuknüpfen. Die grössere Mühe war aber wieder in den selbstverständlichen Rhythmus zu kommen den Sport wochentags ganz natürlich und selbstverständlich in den Tag zu integrieren. Wenn man erstmal wieder gespürt hat dass das Leben auch ohne Sport eigentlich super ist dann fällt dieser tägliche Gang zum Training deutlich schwerer und ich kann mich beim Sport wieder viel schwerere „ausklinken“ aus dem Alltag. Doch gerade das ist ein wirklich wertvoller Aspekt des Sportes. Mal nichts denken zu müssen, nur atmen, nur in der Bewegung sein. Nicht mehr. Kein Multitasking von Hand und Kopf. Sein! Vor allem mental die Erkenntnis auszuhalten dass ich in einem Alter bin wo ich viel in meinen Körper investieren muss wenn nichts weh tun soll. Die Zeiten wo ich mich der Kraft und den Ressourcen des Körpers einfach bedienen konnte, ohne zurück zu geben ist vorbei! Gleichzeitig ist es ein schönes Gefühl diese Investition freiwillig tun zu wollen, sich jetzt zuwendungsvoll um sich selbst kümmern zu wollen nach all den Jahren Kümmern um andere liebe Menschen der Familie, aus vielleicht Dankbarkeit dem Körperfahrzeug gegenüber für so viele Jahre ziemlich bedingungsloser Dienste. In der Summer sehe ich den Vorteil aus dieser Erfahung für mich und werde es im nächsten Sommer etwas anders halten. 3 Wochen Pause sind wahrscheinlich für mich ein balancierter Ansatz.

 

2 thoughts on “Ein paar Gedanken zum Sport.

  • 11. November 2015 at 10:09
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    ich lag mal 8 wochen flach mit operiertem knie – ich war ziehmlich geschockt wie schnell der körper abbaut! und wie lange ich gebraucht habe um wieder auf den zustand von vor der OP zu kommen!
    und dabei mache ich gar keinen sport im eigentlichen sinne – yoga ist alles andere als sport, mein rad ist ein verkehrsmittel, wandern gehe ich wg. der natur, desgleichen bergsteigen, kajakfahren, skilaufen. „sport“ ist da quasi ein nebenprodukt. aber wenn ich diese ganzen tätigkeiten nicht ausführen kann für eine weile – dann fehlt mir auch körperlich was und ich merke wie ich schlapp und rostig werde….
    insofern finde ich deine betrachtungen sehr interessant und die erkenntnisse die du daraus gezogen hast gefallen mir gut.
    xxx

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    • 11. November 2015 at 19:25
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      Liebe Beate, dann gehörst du schon mal zu den Menschen die von Haus aus gerne in körperlicher Bewegung sind. Ich hatte seit ich erwachsen bin danach gar kein großes Verlangen sondern hatte stets einen Draht zur stillen Meditation. Es ist neu für mich eine ganz andere Körperwahrnehmung zu entdecken. Hier kannst du die ersten Gedanken dazu lesen, wenn du willst. http://www.werkstoff-filz.de/2015/01/23/seelenhaus/
      Liebe Grüße
      Sophia

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