H wie Habicht. #Buchvorstellung

H-wie-habicht

»Um einen Greifvogel abzurichten, muss man ihn wie einen Greifvogel beobachten, erst dann kann man vorhersagen, was er als Nächstes tun wird. Schließlich sieht man die Körpersprache des Vogels gar nicht mehr – man scheint zu fühlen, was der Vogel fühlt. Die Wahrnehmung des Vogels wird zur eigenen. Als die Tage in dem abgedunkelten Raum vergingen und ich mich immer mehr in den Habicht hineinversetzte, schmolz mein Menschsein von mir ab.«

Ein Buch über die Erinnerung, über Natur und Freiheit – und über das Glück, sich einer großen Aufgabe von ganzem Herzen zu widmen.

Das Buch hat drei Haupterzählstränge; die Erziehung und Zähmung des Greifvogels „Mabel“, die Verarbeitung vom Tod des Vaters und der Geschichte des Autors Terence Hanbury White (z.B. Das Schwert im Stein) der selbst einen Habicht hatte.

Der Teil der Zähmung ist wundervoll, bemerkenswert, berührend. Die Trauer um den Tod des Vaters artet maßlos aus und strapaziert die Geduld wenn man nicht in einer solchen Verarbeitung steht. Der Teil um den Autor ist interessant.

Das Buch hat einen sehr schönen Schreibstil, es liest sich angenehm, schöne Bilder und Helene Macdonald schöpft aus einer reichen Phantasie. Auf eine bestimmte Art ist dieses Buch ambivalent, auf keinen Fall ist es oberflächlich und in jedem Fall merkwürdig. Ein Buch welches sich zu merken lohnt! Sicher teilt es die Leserschaft und die Empfindungen bei diesem Buch sind höchst unterschiedlich. Eine allgemeingültige Aussage zu diesem Buch kann ich mir nicht vorstellen. Die einen könnten sagen die Trauer um den Vater gleitet ab in sehr depressive Züge, die anderen empfinden diesen Handlungsstrang vielleicht als sich Zeit lassen für diesen Abschiedsprozess. Mir persönlich ist dieser Teil des Buches zu dominant und nimmt dem wundervollen Teil der Zähmung vom Buchanteil Raum weg.

Wer gerne liest findet mit diesem Buch ein besonderes Buch!

 

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