Hochzeitsgeschenkidee. Aber nicht nur eine Idee zur Hochzeit.

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Von der Ehe

Ihr wurdet zusammen geboren, und ihr werdet auf immer zusammen sein. Ihr werdet zusammen sein,

wenn die weissen Flügel des Todes eure Tage scheiden.

Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes zusammen sein.

Aber lasst Raum zwischen euch.

Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.

Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:

Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein.

Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.

Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.

Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein,

So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.

Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderern Obhut.

Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.

Und steht zusammen, doch nicht zu nah:

Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,

Und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.

(Khalil Gibran)

Feinster Industriewollfilz wurde hier in eine Engelform gebracht und bestickt. Er umschließt ein Pokalglas. So können auch heiße Getränke aus dem Glas getrunken und vor allem das Glas angefasst werden. Die liegende Acht ist beabsichtigt so groß gewählt. Aus den meisten Blickwinkeln heraus ist dann nur die eine Hälfte zu sehen. Dennoch ist der andere Teil nicht weit. Ich finde der obige Text ist so schön im Ausdruck erfasst und sichtbar.

Für mich ist es erstrebenswert in einer engen Beziehung immer noch als Person wahr genommen zu werden sich zu spüren, nicht nur als couple. Manche Eheleute sind alleine nicht vorstellbar und werden immer in einem Atemzug genannt. Das mutet zunächst romantisch an, bei näherer Betrachtung machen mich solche geschlossenen Einheiten doch eher nachdenklich. Verantwortungsvolle Nähe ist für mich weniger eine Verschmelzung. Darin liegt nämlich auch das Auflösen des einzelnen Teiles. Sich aneinander zu freuen, sich gegenseitig zu bestärken in den Wunsch wahrhaftig man selbst zu sein und zu werden heißt dem Anderen Raum dazu zu geben. Darin liegt auch die Verantwortung sich um sein Glück selbst zu kümmern, sich zu erfüllen. Erfülltes Sein Teilen, das ist Nahrung ohne Ballast für die Seele, auch des Anderen.

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