Salzseife mit Seegras

Diese Seife ist etwas besonderes für mich. Vor allem weil sie nicht so ist wie man eine Seife kennt. Sie schäumt kaum ist ganz glatt. Das Salz macht das Wasser sehr weich. Zermahlen in dem Glas eignet sie sich wundervoll nach der Gartenarbeit, zum Schrubben der Füße oder dem Rücken. Der Duft ist derzeit mein absoluter Favorit: Zirtronengras, Krauseminze, Rosmarin, Orange und Vetiver. Seegras bringt auch noch eine Prise Meerergeruch in die Seife. Ein Knaller!

Warme Füße! Hausschuhe mit Krönchen

Auch in diesem Jahr hat mein Mann Hausschuhe zu Weihnachten ersetzt bekommen. Er trampelt schnell den hinteren Rand herunter und nach einem Jahr fläddert bei ihm der Einstieg sehr aus und es ist Zeit für ein neues Paar. Man könnte den hinteren Rand tiefer schneiden, aber dann rutscht die Einlage schneller raus. Vor allem wenn man auch einen niederen Einstieg nieder tritt. Die Lösung wäre simpel: mehr bemühen sauber in den Schuh zu steigen. Ich mach das weil ich weiß wieviel Arbeit in diesen Schuhen steckt. Mein Mann macht es nicht weil er weiß wie sehr ich ihn liebe und ihm auch jede Woche neue Schuhe schenken würde. In diesem Gefühl von Fülle zu leben will und kann mein Mann sich leisten. Natürlich wieder mit Krone. Größere Krönchen dieses mal weil ihm die letzten zu mickrig waren. Ich habe schon über Alternativen nachgedacht und sie am Ende verworfen weil ich schon ihm Ohr hatte was mein Gatte dazu sagen würde.

Ich bin froh dass der ganze Feierzirkus vorüber ist. Silvester krönt für mich den Amüsementzwang. Hier noch gepaart mit der Nötigung bis Mitternacht wach sein zu müssen und zu allem Überfluss auch noch ein Glas Sekt aufgedrängt zu bekommen selbigen ich jedes Jahr so wie es ist weg schütte. Die Bedränger ignorieren stoisch mein Wehren und auch das in den Ausguss schütten übersehen sie. Wahrscheinlich weil sie dann endlich auch müde sind und es nicht aktive mitbekommen. In dieser Gesellschaft geht das sein 16 Jahren so. Alleine mein Respekt vor der Seniorenschaft lässt mich dieses Spielchen mit machen. Nach 22h aufbleiben müssen und auch noch Alkohol…  beides für mich grausam. Mein Mann zog eine Flasche teurem Rotwein aus dem Ärmel. Hat er geschenkt bekommen mit dem Zusatz „ganz was besonderes“. Ja, wahrscheinlich ist er besonders. Ich fand ihn scheußlich wie all das andere Zeugs auch!

Normalerweise ist es mir ein Bedürfnis allen zu jederzeit, an jedem Tag, Gutes zu wünschen. Im Zuge der Verabredung gebunden an dieses von mir ungeliebte Silvester ist es mir ein inneres Gräul und innerlich zuwider. Weil es nicht autentisch wäre lass ich es und wünsch Euch ein andermal wieder vom Höchsten das Beste!

Neuer Online-Videokurs „Blüten filzen“

Neuer Online-Videokurs „Blüten filzen“

In den letzten Wochen haben wir auf Hochtouren an neuen Kursprogrammen gearbeitet. Ein oft gefragtes Thema sind Blüten aus Filz. Dafür habe ich jetzt ein Online-Videokursprogramm aufgezeichnet in dem ich Dir Schritt für Schritt erkläre wie die Rosenblüten und Trichterwinden aus Filz herstellen kannst.

Den Online-Videokurs „Blüten filzen“ findest Du für nur 9,- EURO 👍 in unserem Onlineshop:

→ http://www.https://filzkurse.deOnline-Videokurs-Blueten-filzen

In den nächsten Tagen werden wir weitere Kursprogramme online stellen.

 

 

Schatzekatze Pablo

Wie sehr hier alle unseren Pablo lieben ist dem geneigten Leser bereits bekannt. Er ist mein Stern! Marie behauptet Rosa steht ihm am besten (auf dem ersten Bild schaut er ja ehe genervt, das lag aber eher an mir und der damit verbundenen Störung). Er schlummert gerne im rosa Mädchentraum und beansprucht das Bett dann gerne für sich alleine.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und dieses ungeliebte Silvester steht wieder an. Ich lade inzwischen immer die zwei Familienrentner aus Daniels Familie ein. Sie sind immer mehr als glücklich bei uns sein zu können. Für mich ist es kein Opfer, schon gar nicht wenn ich sehe WIE froh die beiden über Gesellschaft sind. Kommt alle gut hinüber… von einem Kalendertag zum anderen.

 

 

Katze „Mugi-san“


Inzwischen nennt kaum mehr jemand hier unser Findelkind aus Spanien Sol. Meistens heißt sie Solimugi und Mugi-san. Sie hasst Felle! Hier hat sie sich wohl verirrt oder sie hat das Fell getestet weil es nicht Weiß ist. Die weißen Felle meidet sie wie der Teufel das Weihwasser. Da balanciert sie lieber über eine Fernbedienung damit auch kein Füßlein auf das weiße  Fellchen muss. Sie kommt immer mehr hier an und die Katzen vertragen sich meistens gut. Im Dauerhunger sind sie sich vollkommen einig. Wenn man sehr müde ist kann Tier auch gut nebeneinander liegen. Wenns Fad wird ist einander Jagen, Fauchen und Prügeln auch eine Möglichkeit. Da vergisst man schon auch mal die Grenzen des Spielens. Schön dass wir sie haben, auch wenn der Start alles andere als nebenher ging. Sie muss viel lernen was bei Pablo nie ein Thema war: ohne Krallen! Ging fast gar nicht in den ersten Wochen. Nicht immer beißen wenn man am Rücken angefasst wird. Ging auch lange nicht. Man muss nicht aus der Toilette trinken. Hier gibt es immer ein frisches Wasserschälchen. Auch Menschenessen wie Schokolade braucht man nicht essen, man bekommt regelmäßig etwas gutes extra für Katzen. Auch geht man nicht verloren nur weil man man mehr als 1 Minute draußen vor der Balkontüre steht. Das Katzenklo braucht es auch nicht weil man super in Mutters Rosen direkt vor der Türe k….. kann! Am liebsten liegt unser kleine Spanierin auf der möglichst warmen Fußbodenheizung im Bad oder auf dem Heizkörper in meiner Werkatat. Sicher ist jedenfalls dass sie meistens da ist wo einer von uns ist. Es hat gedauert, kleine Solimugi, aber jetzt hast du deine Familie gefunden!

Harmonisches Weihnachten?!

Wenn ich mich so umkucke und höre dann ist Weihnachten wie aus dem Bilderbuch. Gut, vorher sind alle wochenlang gestresst bis fast zur letzen Minute aber dann… dann glänzt das Haus, die Frisur sitzt und alles ist im Harmoniemodus. Vielleicht wenigstens für die Fotos. Und wie so gerne erlebe ich die Zeit anders und wundere mich über das gelegentliche „Knirschen“ beim Betrachten der gezeigten Bilderbuchromantik an Dekoration und vollkommenem Zuhause und dem Zuhören der Berichte.

Bei uns waren die letzten Tage vor den Ferien schleppend. Die Kinder wollten nicht mehr zur Schule; zu laut dort, zu blöd, keine Lust. Jona weinte am Donnerstagmorgen, man sah die Nerven liegen blank. Ab Mittags, nach dem gemeinsamen Essen, verzogen sich die Kinder und wollten nur noch ihre Ruhe haben. Unterbrochen wurde das von der Frage: was gibt es denn zu Essen? Der Hauself war wohl Einkaufen gegangen und hat jedem das gemacht was ihm schmeckt, egal auch wenn das Abends dann drei verschiedene Sachen sind, für die Moral wirds gemacht. Sind Hauselfen eigentlich mal müde?

Anfang der Woche kaufte ich einen Christbaum. Mir ist es schon seit Jahren arg, dass ein Baum gefällt wird. Gleichzeitig erinnere ich mich genau wie schlimm es für mich war als meine Eltern, als ich etwa 19 Jahre alt war, den Weihnachtsbaum abgeschafft haben. Wir besprechen das in jedem Jahr neu und in diesem Jahr habe ich mich erstmals durchgesetzt und ein kleines Bäumchen gekauft. Weil die Kinder „Blingbling“ lieben bin ich extra noch einmal in die Stadt um silbere Anhänger zu besorgen. Ich finde er sieht sehr hübsch aus auf dem alten Tisch, hineingestellt in einen Weidenkorb. Mein Mann sagte: oh, sooo klein. Das waren damals die Leute die so einen kleinen Baum hatten die ich total bedauert habe. Meine Tochter: naja, er ist hübsch. Aber halt klein. Mein Sohn: So klein, ist ja voll blöd.

Am letzten Schultag stiegt meine Tochter ins Auto ein und schimpfte ohne Luft holen über fast alles bis sie daheim ankam um dann noch grantiger zu werden als sie sah dass ich schon die Geschenke unter den Baum gelegt hatte. Das hatte ich auf einem der stilvollen Weihnachtsbaumblogbilder gesehen und dachte ich versuch es für meine Leute auch so schön zu arrangieren. Klappt schon nicht so gut wie auf den Blogvorbildern weil die geschickten Geschenke der Familie nicht im selbigen Papier eingepackt waren wie die Übrigen. Blöd auch, dass schon mein Sohn vorher, er kam eine Schulstunde früher heim, seinen Unmut unverblümt äußerte: du machst alle Rituale kaputt!

Ja was soll ich sagen? Wer nichts macht kann auch nichts falsch machen! Im „Nichtsmachen“ sind größer werdende Kinder ja oft sehr gut. Höre ich auch von anderen Eltern. Meine Laune war am Tiefpunkt und Lust auf Weihnachten hatte ich nicht mehr. Alle wollen immer viel….. wie viele sind denn gewillt auch was zu tun und zu geben? Zu versuchen es aus ganzem Herzen gut zu machen? Auch wenn es nicht oft gelingt dass es gut für alle gut ist. Dieser Gedanke kommt mir nicht nur zu Weihnachten. Ich kenne mehr Menschen die immerzu was für sich wollen und im nehmen Spitze sind während die Zeit und die Kraft zum Geben leider immer zu knapp ist. Aus ganzem Herzen sich um etwas bemühen (außer um die eigenen Interessen und selbst da wird es mit dem aus ganzen Herzen schon schwierig) tut selten jemand. Kritik an nahezu allem was einem so unter kommt kann man überall hören und lesen. Da sind alle super drin! Konkrete Vorschläge etwas besser zu machen und das MACHEN selbst, da wirds dann wieder schnell recht dünn. Viel Zeit wird in endlosen Erklärungen, Bekundungen, Belehrungen und Entrüstung versenkt.

Schon in den vergangenen Jahren fand ich Weihnachten stets anspruchsvoll. Ich mag die Vorweihnachtszeit immer gerne. Heute erinnere ich mich daran wie meine Tochter einen Tobsuchtsanfall bekam, an Heiligabend, weil das Christkind nicht genau das Laufrad brachte wie das von der Freundin getestete und 3 Stunden lang für eine Krise sorgte. Da war ich kurz davor den Baum aus dem Fenster zu schmeißen und das Haus zu verlassen. Natürlich habe ich nichts dergleichen getan!

Ab etwa 16h wurde es gestern dann ruhiger und auch wieder etwas entspannter. Jona und ich sind in Ismaning später zum „lebendigen Adventskalender“ gegangen. Jeden Tag im Dezember wird eine andere Familie Gastgeber und empfängt, immer zur selben Zeit, die Gäste vor dem Haus die kommen wollen. Es wird gemeinsam gesungen, der Gastgeber liest einen Text, es gibt Plätzchen Punsch und hinterher noch einen vorweihnachtlichen Ratsch. Es ist immer besonders wenn fremde Menschen sich an die Hand nehmen und etwas gemeinsam tun. Friedlich, in diesem Moment ganz einig.

Mein Fazit ist auch in diesem Jahr: die Erwartungen und die innere Anspannung steigert sich derartig über den Advent, die Lebensgeschwindigkeit in der Gesellschaft nimmt Fahrt auf, dabei halten wir die Füße sehr still mit dem Chichigedönsm, dass diese Emotionen sich vorher, oder zu Heiligabend Luft machen. Die Werbungen, der Schmuck, die weihnachtlichen Vorzeigemotive überall steigern die Erwartung und die Ansprüche mit. All die wunderbaren Erzählungen wie schön und friedlich, wie dankbar und  nett die Kinder an Weihnachten waren und sind machen mich skeptisch. Sind die Kinder wirklich alle so brav oder wissen sie nur wo die Grenzen ihrer Eltern sind und welches Benehmen sie sich nicht zu leisten brauchen. Ich hätte mir nicht die kleinste Unmutsbekundung in Nähe meiner Eltern getraut. Mann, das hätte Ärger gegeben -und Folgen gehabt! Das heißt aber nicht dass ich diese Gefühle nicht hatte.

Wie dem auch sei, manchmal wünsche ich mir eine halbe Sekunde lang dass auch meine Kinder sich wenigstens so viel vor mir fürchten dass sie sich mal ein bisschen zurück nehmen in ihrem authentischen Benehmen und mir ein bisschen Frieden lassen und mich nicht immerzu fordern Hingabe auch inhaltlich zu erfüllen.

Und falls einer jetzt denkt meine Kinder sind aber kratzbürstige, verwöhnte Stoffel… ja, das sind sie wohl auch, neben dem dass sie absolut wundervoll sind so wie sie sind!

Ich wünsche Euch ein gesegnetes Fest! Mögen die ungnädigen Gefühle bereits verflogen sein, ebenso wie die Anspannung der letzten Wochen.

Mögen wir, nicht nur heute Abend, begreifen dass es nichts Schöneres gibt als gesund und munter, schlecht oder gut gelaunt, zufrieden oder knatschig einander zu haben!

Und ja, brave Leute zu lieben ist höchst einfach. Den Anderen zu lieben wenn er sich am blödesten benimmt, das ist groß, schön, erstrebenswert und schwierig. Auch das meint Weihnachten.

Grüne Filzstiefel. Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch-Stiefel

In dieser Farbe stelle ich mir den satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch vor. Herrlich polarisierend diese Schuhe.

Meine blauen Stiefel habe ich ebenfalls noch nicht angezogen. Sie sind mir so wertvoll dass es eine Weile dauert bis ich sie der Vergänglichkeit anheim gebe. Das erste Paar trage ich ja jetzt schon seit langem und sie sind fast wie neu, aber eben nur fast.

Aus gegebenem Anlass: Nein, ich verkaufe keine solchen Stiefel aber ich zeige in meinem Online-Video-Filzkurs wie man sich wundervolle Hausschuhe aus Filz selber machen kann. Mit dem erlernten Wissen kann man sich irgendwann auch an ein solch großes Projekt ran wagen.

 

Arbeiten mit Bandwolle

Ich arbeite selten mit Bandwolle. Warum? Weil ich sie nicht leiden kann! Außerdem entsteht alleine mit Bandwolle ein anderes Filzergebnis und eine andere Stabilität des Materials. Das Herstellen von Schuhen mit Bandwolle ist aus meiner Sicht und mit der von mir entwickelten Technik anspruchsvoll zeitintensiv, aber nicht unmöglich! Normalerweise vermeide ich es Dinge künstlich noch mühsamer zu machen als sie ohnehin sind, aber in diesem Fall fand ich dieses Grün einfach eine Schau. Die ausgelegt erinnerte mich die Wolle an eine flauschige Raupe oder „the hoobs“. Jedenfalls wollte ich unbedingt kucken wie Stiefel in dieser Farbe aussehen.

Also habe ich viel ausprobiert. Die Wolle irgendwie zu legen ist ja nicht so problematisch. Mit ihr aber ein top gleichmäßiges Ergebnis in dieser Dimension zu bekommen ist da schon schwieriger. Unnötig Volumen aufbauen heißt später wenn es nass wird gut zwischen Nässe und Fortschritt zu dosieren weil ansonsten unfassbar viele Falten drohen. Ich arbeite ja nicht so dass ich jede Lage nass um die Kanten lege. Diese Technik macht mich verrückt. Nässe und trockene Wolle finde ich passen einfach nicht in einen Arbeitsschritt. Zudem zwingt diese Methode dazu mit kaltem, nassen Wollmaterial konfrontiert zu sein und man muss an einem Stück erst einmal dran bleiben. Für die wenigsten ist das wirklich komfortabel so zu arbeiten, nur kennen sie keine Alternative.

Gut, ich weiß jetzt wie ich es machen muss. Allerdings werde ich es mir gut überlegen nochmal Stiefel zum halben Teil aus Bandwolle herzustellen. Ein Fleece bringt Vorteile mit sich die ich zu schätzen weiß! Die Stiefel zeig ich zeitnah.

Blaue-Stunde-Seife

Ich habe heute auf die „Blaue Stunde“ draußen gewartet bis ich ein Foto dieser Seife machte. In diesem Licht, ob im Winter oder Sommer, am Meer oder in den Bergen, schwinden die Grenzen. Alles nähert sich an, taucht ein in das große Blau. Ich liebe es!

Seife sieden ist Chemie. Es ist schwer identische Seifen zu sieden weil die Rohstoffe unter Umständen unter anderen Bedingungen gewachsen sind und deshalb z.B. eine andere Farbe haben. Farbe an sich ist kompliziert beim Sieden. Ich hatte eine Seife die war, im Crockpot, hellsteingrau. Das wollte ich nicht und fügte eine gute Messerspitze Lila hinzu. Ich hatte nun dunkles Steingrau. Als die Seife ausgeformt war leuchtete sie in leuchtendem Rotkohl. Das war mal eine Verwandlung. Meistens aber klappt es wie ich es mir vorstellte. Bei dieser blauen Seife sogar perfekt. Feinste Öle mit einem wundervollen Duft von grünem Tee. Ich überlegte lange wie die blaue Stunde wohl duften könne, kam aber zu keinem ausagekräftigen Schluß. So wählte ich einfach einen himmlichen Duft. Wie duftet wohl die Blaue Stunde für Euch?

Kostenstelle Igel und Matthäus 25

Hier war unsere kleine Krawallbürste „Sushi“ noch ganz klein und wog 220g. Jetzt wiegt sie schon 710g und ist kurz vor dem Winterschlaf. Das Knöpfchen zeigt dass dieser Igel eine Igelin ist.

Was bedeutet es einen Igel aufzunehmen? Es ist doch viel aufwändiger als man meint. Das Saubermachen ist dabei das Geringst finde ich. Hat man den Bogen erst einmal raus dann ist es absolut machbar. Es ist doch eher das Drumherum bis ein solch kleiner Igel gesund ist. Wer so klein so spät im Jahr gefunden wird hat Probleme. Verschiedene Würmer sorgen für Unwohlsein. Auch bei mir weil ein Igel, solange er Parasiten hat fürchterlich stinkt. So klein gehört er aber ins warme und so stinkt es im Haus. Sobald ein Igel von allen Würmern befreit ist riecht er unauffällig, sogar weniger als andere Haustiere. Das mag daran liegen dass jeden Tag der Käfig komplett gereinigt wird weil ein Igel eine Wildsau ist und auch gerne ins Trinkwasser kackt. Die Herausforderung ist es die richtigen Wurmmittel zu verabreichen. Eine Paste beseitigt Darmwürmer. Gespritzt muss ein Mittel gegen Lungenwürmer werden und dieses Medikament ist nicht ohne. Entweder der Igel schafft es oder er stirbt. Dieses Medikament ist alternativlos. Der Tod durch Würmer ist langwierig und leidvoll. Manch Tierarzt kuckt nur ob Befall ist dífferenziert aber zu wenig. Damit werden dann nur einige Parasiten entfernt, aber die schlimmste Sorte, die Lungenwürmer, eben nicht. Unsere Igelin hat sowas von gehustet. Sie liebt es halb in der Röhre zu liegen. Und da schallt dann ein Husten raus… unglaublich. Zeitaufwändig ist es also den Igel immer wieder zur fachkundigen Stelle zu fahren. Paste in den Mund, das mach ich, Spritzen will ich nicht. Gut dass ich eine Fachfrau 15 Minten entfernt habe die immer präsent ist.

Ein Igel frisst was das Zeug hält. Soll er ja auch weil er vor dem Winterschlaf zunehmen muss. 2 € pro Tag sind es mindestens die er verspeist! Dazu kommt der Tierarzt, Medikamente, viel Zeit.

Jeder Igel hat einen anderen Charakter und es macht mir Freude das zu beobachten.

Jetzt stinkt sie seit zwei Tagen nicht mehr. Davor war dieser Igel grenzwertig, wirklich. Ich hatte viel Migräne und da dachte ich ich halt sie nicht mehr aus.

Wenn ich mich morgens über das Chaos im Stall beuge und alles einrolle und anschließend säubere dann halte ich kurz inne und wende mich innerlich nach oben. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Matthäus 25“.  Meine Auslegung ist „was du für den Kleinsten dir anvertrauten getan hast, das hast du mir getan“. Das Niederknien vor dem Stall und dem kleinen Wesen ist derzeit meine tägliche Meditation, mein Gebet, meine Geste mich für alles zu bedanken. Die Ausgaben für das kleine Tier, die kleinen Tiere, kommen in den virtuellen Klingelbeutel.

Bald ist es Zeit auch für die kleine Igelin zu Schlafen. Meinem Toast Shibuya habe ich Heu vom Oberland in seinen Stall gelegt. Er baute mit Läppchen, Zeitung, Holzwolle und Heut sein Winternest. Es duftete nach Sommer und so kann er von ihm träumen. Bald, schon bald streift sein weiches Bäuchlein die feuchten Frühlingswiesen. Bis dahin wache ich noch eine Weile über die kleinen Wesen und dann kommt die große Freiheit.