Nähen aus altem Leinen

Ich habe eine Menge alter Stoffe geschenkt bekommen. Aus altem Rolltuch ist schon eine Schürze entstanden. Für diese kleinen Auflaufformen habe ich aus altem Handtuch und besagtem Rolltuch Untersetzer genäht. Das alte Handtuch bildet dabei den Kern. Diese Schüsselchen verwende ich auch für Salate. Jeder mag bestimmte Dinge nicht oder anders und so hat jeder seine eigene Salat und Dressingkreation. Mein Backofen ist leider kaputte und ich kann diese hübschen Formen noch nicht in heißer Variante nutzen. Aber das kommt noch und damit das heiße irdene Geschirrr nicht direkt auf unserem Tisch seht hat jeder einen Untersetzer bekommen.

Rindertalg in Seife? Ressentiments sind garantiert!

Jahrelang habe ich mich nur mit pflanzlichen  Rohstoffen für die Herstellung von Seife beschäftigt. Weil ich aber das Thema vertiefe und auf den Spuren der Geschichte bin tauchen da unweigerlich auch tierische Fette auf.

Schnell schlägt einem hier Ablehnung entgegen. Ich selbst habe es lange abgelehnt und konnte mir eine Berührung mit tierischen Fetten beim Seifensieden nicht vorstellen. Die Gründe warum man das verweigert liegen ja auf der Hand. Und dennoch sollte man hier genauer hinsehen. Wer Fleisch isst der kann eigentlich die vollständige Verwertung eines Tieres nicht ablehnen finde ich. Wenn ein Tier sein Leben lässt sollte man jedes Teil achtes und wertschätzen. Es würde zu sehr ausschweifen hier tiefer in diese Diskussion einzusteigen. Ich selbst setze mich gerade mit dieser Seiten des Siedens auseinander um gelesenes selbst zu erfahren, mich auseinanderzusetzen, Erfahrungen zu sammeln. Mir sind viele Meinungen zu flach. Schauen wir uns nur die agressive Ablehnung Palmöls in den letzten Jahren und das sofortige Ausweichen auf Kokosöl an. Nun langsam geht vielen ein Licht auf dass Koksöl in Massen und Monokultur nicht viel besser ist und die Entschuzldigung „nachwachsender Rohstoff“ seine Grenzen hat. Wären die Dinge doch immer so einfach. Mich hat ein Bericht über die Ökobilanz regionaler Äpfel im Winter sprachlos werden lassen.

Und ja, ich ärgere mich über all die Damen die im Juni stundenlang ihrer Dörrautomaten laufen lassen um wunderbar saftigen Erdbeeren jede Flüssigkeit zu entziehen um Trockenfrückte und Fruchtleder selber zu machen um dann alles just zu verspeisen. Da wird nix für den Winter augehoben, nö, zu lecker! Und die Leserinnen sind begeistert von der Idee, von den schönen Fotos und bekunden es gleich auch zu probieren. Merkt denn keiner wie bescheuert das ist? Im Winter werden dann frische Erdbeeren aus Tel avif gekauft um endlich mal wieder eine frische Frucht zu schmecken. Sind das dann etwa die gleichen Leute die einem die Hölle heiß machen wenn man wagt etwas Palmöl in seine Seife zu packen? Aber nein, das sind sicher ganz andere Leute, bessere Leute versteht sich! Mit Kritik um sich zu schmeißen ist einfach, sehr einfach. Nur kann man auch inspirieren? Da wird dann die Luft schon dünner!

Ich für meinen Teil geb mein Bestes sowohl zu inspirieren als auch einen Weg durch dieses Dickicht zu finden.

Meine Freundin stand jedenfalls mit einer Tüte vom Metzger vor meiner Türe. Der Rest der Familie hat beim Anblick schreien das Weite gesucht. Mir war auch mulmig. Vor allem wo ich all das was in der Tüte war in kleine Würfel geschnitten habe.

Wie ist die Verarbeitung?

Gut, das reine Fett war kein Problem zu würfeln. Das was zwischen dem Fett ist bedeutet schon einen Moment Überwindung. Aber ich finde sich diesem Gefühl zu stellen angemessen. Es ist natürlich einfacher und unverfänglicher 250g Fettwürfel zu kaufen. Aber die Sache bleibt was sie ist und es ist gut sich auseinander zu setzen. 
Viele suchen das Ursprünglichere und sind doch froh zu den unangenehmeren Aspekten einen gewissen Abstand zu haben ( ich auch oft genug!)

Und stinkt das Auslassen?

Nicht mehr als das Braten von Bacon. Es riecht anders. Auch intensiv wie besagter Bacon.

Es ist gut es draußen zu machen.
Das würde ich bei Bacon auch gerne!

In Summe ist die unangenehme Gruchsintensität bei 33 Grad in einer überfüllten S-Bahn für mich viel grausiger als das Auslassen von Rindertalg!

König Ludwig Bierseife

Für diese Bierseife habe ich einen Liter dunkles König Ludwig auf 300 Gramm eingekocht und neben Bieröl feine Öle und Fette verseift. In den ersten Wochen war der Geruch dieser Seife eigenwillig und ich war nicht sicher ob das gut wird. Jetzt nach vielen Wochen kommt der schöne malzige Geruch voll zur Geltung und die Seife ist dank eine Mischverseifung auch schön am schäumen.

Goldrute Johanniskraut Seife

Wie sehr die Goldrute leuchtet! Ich betrachte diese Blume seit Jahren. Sie wächst unter anderem an Orten die verlassen wurden. Wann immer es still um ein altes Haus wird, eine Baustelle lange ruht taucht die Goldrute auf.

ich habe einen Ölauszug von den Blüten gemacht und mitsamt Johanniskrautöl zu einer Seife verarbeitet. Die Kraft des Sommers eingefangen in  einem Stück Seife. Noch hinein habe ich einige Rosaline Blütenessenzen. Das sind Essenzen so wie Bachblüten. Beduftet habe ich die Seife entsprechend.

Manchmal wird diskutiert ob teure Öle, Wirkstoffe und co überhaupt etwas in Seife bringen wo doch das Wertvolle nur so kurz an der Haut ist. Ich selber habe lange nur die Möglichkeit gehabt Öle zu Seife zu sieden. Seit ich Creme rühren kann wähle ich für besonders wertvolle Öle lieber diesen Weg weil er grobstofflich gesehen hier mehr Sinn macht.

Dennoch. Ich sehe diese Sache nicht so „zweidimensional“. Ich denke alles ist am Ende Energie; was uns motiviert, die Kraft mit der wir unsere Gedanken verwirklichen, Pflanzenheilkraft ist keineswegs nur auf stofflicher Wirkstoffebene zu sehen, die Gedanken die wir uns um andere machen und nicht zuletzt ist die Summe mehr als seine Teile. Das ist alt bekannt. All diejenigen die sich immer auf eine rein wissenschaftliche Diskussion einlassen lassen etwas wesentliches außer acht. Die Liebe, all das was wir füreinander empfinden findet keiner nachweisbar in unserem Körper, kann die Kraft der Liebe „nachweisen“ und keiner zweifelt doch wohl an der Intensität seiner Gefühle. „Glaube versetzt Berge“ daran glaube ich absolut. Es macht einen großen Unterschied ob ich jeden Tag einen schönen oder einen destruktiven Gedanken pflege. Das Mindset spielt für unser Leben eine große Rolle. Wenn ich also nun eine Seife voller Wirkstoffen, stofflich und feinstofflicher Art, jeden Tag mehrfach in die Hand nehme und in diesem Moment verbunden bin mit der eingearbeiteten Idee, dann wird mir dieses Seifenstück gut tun. Natürlich spielt sich das Wesentliche dabei nicht auf unsere Haut ab! So ein Moment kann ritualisiert werden. Jeder kennt es wenn er den Lieblingslöffel seiner Oma in die Hand nimmt und sofort an sie denkt. Das ist die Kraft! Wenn wir jeden Tag einen schönen Gedanken denken dann ist das auch eine Form von Gebet. Es richtet uns aus denn wir haben entschieden was wir denken wollen und was uns in diesem Moment erfüllt. Das macht uns aus. Also; man kann gar nicht genug Wertvolles in seine Arbeit legen. Tu auch die kleinsten kleine Dinge mit größter Aufmerksamkeit und Liebe und es wird erst Dich uns dann Dein Umfeld verändern.

In der dunklen Jahreszeit ist so ein Stück Sommer ein guter Begleiter!

Das Paradeisl, auch Paradeiser oder als Paradeiserl bekannt, ist der altbayrische-österreichische Vorläufer des Adventskranzes

Das Paradeiserl ist eine hoch symbolische Angelegenheit. Die Tradition kommt eigentlich aus Altbayern und geht zurück bis ins Mittelalter. Das grüne Paradeiserl stehe für den Baum der Erkenntnis. Lange vor dem Adventskranz, der vor gut 200 Jahren erfunden wurde und eigentlich aus Norddeutschland kommt, gab es schon das Paradeiserl. Dieser Brauch ist auch älter als der Christbaum! Der Name erinnert an den Adam-und-Eva-Tag am 24. Dezember, den wir als Heiligabend kennen. Mit den Paradeiserln wollten sich die Menschen früher ein Stück Paradies ins Haus holen. Diesen Schmuck haben sich fast alle leisten können, denn die Materialien kommen überwiegend aus dem Garten. An den langen Abenden wurden die Stäbe gestaltet; Muster geschnitzt oder mit Bändern verschönert.

Das Paradeiserl ist eine Pyramide mit drei Äpfeln in den Ecken und einem an der Spitze. Die Äpfel sind ein Symbol für das göttliche Auge. Meist werden drei rote Kerzen sowie eine rosafarbene Kerze, in der unteren Etage, verwendet. Je nach Region sind auch drei violette und eine rosafarbene Kerze im Gebrauch. Jeden Sonntag wird eine der Kerzen angezündet, am dritten Adventssonntag die rosa Kerze, passend zur liturgischen Farbe des Sonntags.

Auch in diesem Jahr haben wir wieder 20 Paradeiserl fertigen lassen. Danke an Anderl der bereits im Sommer fleißig an der Drechselbank stand.

Jetzt erfreut nicht nur für meine Familie so ein Paradeiserl, sondern es gibt auch eine limitierte Anzahl dieser wundervollen Alternative zum klassischen Adventskranz ➡ hier in meinem Onlineshop.

Das Paradeiserl kann immer wieder neu geschmückt werden; diverse immergrüne Zweige, Bänder, kleine Zapfen… es gibt viele Möglichkeiten!

„Beauty and care“ Geschenkkorb

Solche „Geschenkkörbe“ bestückt mit selbstgemachten, verwöhnenden Pflegedingen mag ich sehr. Es steckt viel Zeit und Liebe in jedem einzelnen Stück und der Beschenkte wird von Duft und Zuwendung umhüllt.

Solche Geschenke gibt es von mir zu Weihnachten. Das Meiste ist vergänglich und „belastet“ keinen Haushalt. Diese Packerl sind persönlich und man muss sich nicht am Weihnachtswahnsinn beteiligen. Bald ist Weihnachten und noch ist Zeit um solche Schätze selber zu sieden. Jeder der mag kann mit einer guten Anleitung Seife selber machen, das ist kein Hexenwerk! Wer also Lust hat könnte mit meinem Online-Videokurs schnell zu eigenen, selbst hergestellten Schatzkiste kommen und sich ein wunderbar erfüllendes Hobby anlachen.

Waschkraft mit Kastanien

In Kastanien findet man eine hohe Ansammlung an Saponine. Man braucht also gar nicht in die Ferne schweifen und Waschnüsse kaufen. Kastanien, Eicheln und auch Efeublätter weisen reichhaltig Saponine auf und man kann wenn man will mit nur 10 Efeublättern seine Wäsche waschen.

Ich habe hier Kastanienmehl angesetzt und für Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Man sieht sehr schön die einzelnen Schichten. Die mittlere ist galertartig.Ich werde die seifigen Eigenschaften der Kastanie in eine Seife einbauen und sehen wie sich selbige verhält. Ich berichte!

Oberteil aus Musselin

Was ist stofftechnisch der Innbegriff von Fürsorge für mich? Musselin. Definitiv. Stoffwindeln fürs niegelnagelneue Kindlein ist so ein Beispiel für Musselin. Verbandmaterial ist fest verknüpft mit Heilfürsorge.

Was tun wenn der Mensch verwundet ist? Im Idealfall hüllt man ihn in Fürsorge! Auf unterschiedlichste Weise. Das Wichtigste ist aber dass man sich selbst hüllt und sich Fürsorge schenkt. Nicht immer versteht uns unser Umfeld, nicht immer ist jemand da der uns stützen kann, nicht immer können wir uns anlehnen.

Ich habe ein „Seelenpflaster“ für jemanden genäht. Damit eine ganz wichtige Botschaft immer wieder präsent ist habe ich sie in Sichtnähe auf den Ärmel gestickt. Das Material soll sich anfühlen wie ein „Körperverband“. Vielleicht sucht man sich noch ein Goldläppchen, schlüpft ins Seelenpflaster und kuschelt sich in sein Bettchen… Möge es gut tun!