Wie filze ich einen Stein? Filzkurs

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Letzte Woche fand hier ein Filzkurs statt. Ein wirklich großer Stein wurde gefilzt. Schöne gemeinsame Stunden, wieder ein lieber Filzgast, was für eine Freude! Als ich aufräumen wollte bin ich fast auf diese große Kröte gestiegen die plötzlich da saß. Ganz starr und Pablo munter neben dran. Mein Mann meinte er sei wahrscheinlich schon halb auf dem Weg zum Himmel, hat ihn aber zum nächsten Bächlein gebracht. Wiederbelebt wurde er dann von Marie indem sie ihn mit Wasser bespritzt hat. Schwuppdiwupp ist sie ins Nass gesprungen und weg geschwommen. Gut so!

Gleich am nächsten Tat erreichte mich dieses schöne Feedback:

Liebe Sophia, ich wollte mich unbedingt nochmals bei dir melden und dir nochmal für die tolle Zeit bei dir danken.
Das Filzen bei dir hat mir so viel Spaß gemacht. Es war definitiv besser als jedes Wellness-Wochenende wobei ich tierischen Muskelkater habe.
Es ist so schön, wie du dich um deine Gäste kümmerst und richtig toll wie du bereitwillig dein Wissen teilst und Tipps und Tricks weitergibst.
Du nimmst dir soviel Zeit für deine Gäste und das obwohl du genug um die Ohren hast.
Es ist einfach cool, dass man mittendrin ist, deine Familie um einen rum wuselt und man nicht beiseite gehalten wird.
Du bist einfach herzlich und man fühlt sich sofort wohl bei dir. Du leitest einem so geschickt an, dass man sich bereits nach wenigen Minuten wie der erfahrenste Filzer ever fühlt.

Übrigens waren wie gestern noch beim Geburtstag von meinem Schwager. Ich hatte natürlich meinen Stein im Gepäck, der musste ja jedem gezeigt werden :-). Es waren ja alle auch neugierig.
Die Kids, die da waren haben ihn gleich in Beschlag genommen und es für den überhaupt coolsten Stein, der ganzen Welt erklärt und waren nicht mehr runter zu bekommen. War echt süß, wie sie da so draufgehockt sind. Meine Familie ist völlig begeistert. Herzlichsten Dank für alles und ganz liebe Grüße C.

Breakets. Wie oft muss man eigentlich zum Kiefernorthopäden?

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Klischees bestätigen sich im Alltag leider sehr gerne. Das erschwert mir eine unvoreingenommene Haltung wirklich sehr. Schön kann ich Euch das an unserem Kiefernorthopäden berichten. In den Schulferien ist sie selten verfügbar weil sie mit ihrer Familie dann z.B. auf die Malediven fliegt (Klischee Nr. 1). Für unsere Möglichkeiten ist sie sehr oft im Urlaub. Im Prinzip gönn ich es ihr. Wären da nicht die vielen Stunden die aus meiner Sicht völlig unnötig wegen ihr durch die Gegend fahre, bei ihr im Wartezimmer verbringe (Klichee Nr. 2) um ein und den selben Schritt an der Spange immer wieder neu zu machen. Warum immer wieder neu? Ja, weil das Zeugs nur bis nach Hause hält. Dann nämlich ist schon der Bogen aus dem Breaket draußen und ist auch viel zu kurz um ihn wieder rein zu stecken. Wenn man ihn stecken kann, denn dafür muss man fast das Breaktet öffnen. Mit „einem Nagel -wenn Sie nichts anderes haben“ wurde mir gesagt. So ein chickes Zahnarztwerkzeug hab ich nämlich nicht. Also wieder hin, nachdem wir alle Krank waren und immer noch schlapp. 4 Stunden habe ich also beim zweiten Anlauf investiert. Stau hin, Warten dort, Stau zurück. Und dann, 1,5 Stunden später war der Bogen raus, die Feder runter.

Was dagegen ganz schnell geht ist die 700€ hohe Rechnung die schon am nächsten Tag im Briefkasten liegt (Klischee Nr. 3). Da bleibt einem doch die Spucke weg oder? Mittwoch geh ich also wieder hin. Mal sehen ob sie mir diese ganze Schose auch wieder in Rechnung stellt. Wechseln? Pfff. Der nächste macht es ziemlich wahrscheinlich auch so. Es ist ja nicht so dass sie nicht auch schon geholfen hätte. Es kostet halt die Beulen vom Kopf ist mühsam und  kräfteraubend.

Ja, ich denke die Ärzte müssen mit ihrem zweifelhafen Image zu recht leben. Da mag es, wie immer, Ausnahmen geben. Viele scheinen sich aber ohne mit der Wimper zu zucken hemmungslos an unserer Zeit zu bedienen (alleine schon das Zeitmanagement und das Warten im Wartezimmer. Schlimm finde ich wenn sie es Lesezimmer nennen!) und im Rechnung schreiben sind sie Weltmeister. Da stehen oft Dinge auf der Rechnung… Leute… ich hoffe der Himmel sieht alles. Ja, ich weiß dass die Ärzte schlimme Formalitäten am Hals haben usw. das rechtfertigt aber nicht dass alles auf den Patienten und Mütter abgewälzt wird.

Einfassen mit dem Janome Bandeinfasser

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Ich hab mich in letzter Zeit mit einer neuen Coverlock Nähmaschine beschäftigt. Eine Facebook-Gruppe war dabei unglaublich hilfreich. Normalerweise bin ich kein Facebook-Fan. Ich mag lieber Instagram, aber diese Gruppe ist sensationell. Viele Daten, Informationen und Fakten wurden zusammen getragen und stehen zur Verfügung. Kaum postet jemand ein Problem finden sich erfahrene Damen die Tipps geben und meist das Problem beheben. Natürlich muss man selber probieren und Erfahrungen sammeln. Ich hab miczh mal dem Badelycra angeniommen und probiert wann und wie der Bandeinfasser ein vernünftiges Ergebnis abliefert. Dieses Material verdreht sich nämlich schnell. Einfach finde ich es nicht so sehr dehnbares Zeugs zu vernähen. Aber es geht!

Out of the box. Liebeskind Tasche

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An dieser (scheußlich) schönen Tasche bin ich mehrfach über Monate vorbei gelaufen. Jetzt war sie dramatisch herunter gesetzt und ich, als Antitaschenträger, stand in dem Laden und fasste den Entschluss sie zu kaufen (Also ganz ehrlich: die wollten 230€ für dieses Teil. Verrückt. Für 39€ geht dann schon mal so ein Selbstexperiment). Schon an der Kasse hätte ich beinah einen Rückzieher gemacht. Innerlich ploppte ein Fenster nach dem anderen auf. Mir war völlig klar was meine Familie dazu sagen würde (selbst was meine Eltern dazu sagen würden schallerte in meinen Ohren). Ob andere Leute meine Sachen schön finden ist mir meistens ziemlich egal. Das geht mir mit meinem Mann schon anders. Da muss ich mir überaus sicher sein dass ich etwas gut finde um mich nicht ins Wanken zu kommen wenn er sagt er fände es furchtbar. Schwieriger wird es bei Dingen die ich cool finde aber genau weiß dass sie „nicht zu mir passen“. Da komm ich schnell ins Zweifeln wenn mein Mann etwas schlimm findet, schon bevor er es ausgesprochen hat, denn ihm möchte ich schon gefallen. Bei dieser Tasche war die Reaktion klar: „die ist so scheußlich, die kannst du gleich wegschmeißen. Die Verkäuferin lacht immer noch dass sie eine Doofe gefunden hat die dieses grausige Ding gekauft hat“. Dieses mal war ich wild entschlossen das auszuhalten.

Was passt denn zu uns? Zunächst prägt dieses Empfinden unsere Eltern die uns vermitteln was Schön ist, was nicht und was uns steht. Später definieren wir das langsam selber. Die einen mehr, die anderen weniger. Viel bleiben im Dresscode ihres Contextes. Irgendwie sehen dann doch alle innerhalb ihres Umfeldes gleich aus. Es tut gut wenn da mal jemand anders ist, egal ob mir das dann gefällt oder nicht. Ich bin groß geworden in einer Familie wo Ästhetik eine enorme Rolle gespielt hat. Vieles geht und ging gar nicht, war total ausgeklammert und verpönt. Ästethik bis zur Selbstverstümmelung -und das ist leider nicht nur ein Spruch.

Bei dieser Tasche liefen viele Dinge innerlich ab. Spannend das bewusst zu beobachten. Wahre Entwicklung geschieht dann wenn wir unsere Komfortzonen verlassen.

Das englische Wort Out-of-the bos-thinking hat es längst ins Deutsche geschafft; man hört es oft, dass es darum geht Out-of-the-box zu denken. Es ist ein geflügelter Begriff für kreatives, ungewöhnliches Denken, das Verlassen von Begrenzungen im Denken und das Hinterfragen von Annahmen.

Es ist eine Sache im Außen Dinge zu hinterfragen, vor allem an anderen, quer zu denken, etwas anders zu betrachten. Innerlich aus der eigenen Box zu steigen ist eine ganz andere Sache. Doch genau das ist es was uns so sehr voran bringt. In dem Maß wie wir innerlich beweglich sind, uns wahrlich neu erfinden können, uns frei machen von Selbstannahmen, in dem Maß können wir das auch mit unseren Mitmenschen, unserer Umgebung unserem Wirken. Sich innerhalb dessen zu bewegen was uns vertraut ist, damit zu hantieren gibt uns Sicherheit, ist unsere Handschrift und nicht zuletzt auch Know how. Bequem ist es allemal. Wirklich überraschen können wir damit aber irgendwann weder uns selbst noch anderer.

Ich habe viel Vergnügen am „Schweppesgesicht“  (Danke Eva für dieses schöne Wort in diesem Zusammenhang) von meiner Familie und meinen Freunden. Allerdings bleibt auch da eine Entwicklung nicht aus und geht oft schneller als man denkt. Inzwischen hat mein Mann Freude an den (psychedelischen) Farben, den Paradigmenwechseln. Beruflich ist out-of-the-box sein Terrain. Privat ist er doch oft überraschend konservativ und wir trainieren neue Muskeln und es ist überaus vergnüglich!

 

Zu viel Wasser von oben!

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Es gab wahrlich zu viel Wasser von oben. Viele erschreckende Bilder erreichen uns permanent. Lustig ist für viele anders. Und trotzdem braucht es auch komische Momente sonst leidet die Moral. Am letzten Wochenende war Picherfest im Museum. Zunächst trocken, dann wieder nass. Alle Gäste suchten Schutz unter den Vordächern der Häuser und warteten. Ich hatte Spaß und die Zuschauer auch. Die Jacke hat erstaunlich lange durchgehalten doch der Moment kam wo die „Wassersäule“ der Jacke in die Knie ging…

Wer wissen will wie Fässer früher gepicht wurden…

 

Mohn wohin das Auge reicht. Frau Pipina sucht Stoff und co.

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Die fertiggestellte Anschlussstelle Aschheim/Ismaning erstrahlt. Der Mohn blüht an jedem Fleck wo kein Schotter liegt. Das ist sagenhaft schön! Ich mag ja kein Rot, aber hier finde ich das rote Leuchten beeindruckend schön. Ob etwas an sich Schön ist oder nicht, so wie neue Strassen, kümmert die Schönheit an sich nicht. Sie übernimmt den sich bietenden Raum sobald als möglich.

Ich habe einen interessanten Bericht gesehen wie und wo sich unser Wetter entwickelt, das Wetter entsteht. Auch da hieß es dass alle Bedingungen nach einem Ausgleich streben. Hier wurde so viel gebaut, eingegriffen. Kaum zur Ruhe gekommen flutet eine Welle an zarten, leuchtenden Blüten das Feld und überzieht den Eingriff mit ihrer Schönheit. Was für ein Pflaster! So könnten wir auch dort wo es Narben, Erschütterungen und Störungen gibt wirken.

Frau Pipina sammelt Stoffe, Garne und co. um eine Nähwerkstatt für Frauen die viel hinter sich lassen mussten einzurichten. Wer will und kann das unterstützen?