Wie verpacke ich meine handgemachte Seife am besten? (Achtung enthält Werbung wegen Markennennung)

Immer wieder verpacken kleine und große Händler sowie Privatpersonen ihre Ware z.B. in Organzasäckchen. Für die einen ist es eine hübsche Verpackung, für andere eine günstige und praktische Variante ihre Produkte zu verpacken und für mich eine der geschmacklosesten Verpackungsmöglichkeiten überhaupt.

Als Organza bezeichnet man ein schillerndes, transparentes Gewebe. Organza kann aus Seidenfasern, aber auch aus Kunstfasern hergestellt werden. Die besagten günstigen Organzabeutelchen sind natürlich nicht aus Seidenfasern sondern aus Plastik!

Wer also z. B. handgesiedete Seife oder andere Naturprodukte wie Badetee, Lavendelsäckchen und co. in solchen Beutelchen verpackt entscheidet sich für eine Verpackung aus Plastik. Wem das gefällt der soll es auch so handhaben. Solange man sich bewusst entscheidet.

Es gibt aber Gedanken zu meiner Verpackungswahl die sich zu Bedenken lohnen.

Ist mir bewusst welchen Material ich verwende? Aus welchem Grund verwende ich dieses Material? Hat es einen dienlichen Sinn z. B. im Sinne der Haltbarkeit der Produkte, gefällt das Material oder ist es ein rein wirtschaftlicher Grund? Passt die Verpackung zu meinem Produkt? Ist sie stimmig?

Ich wurde folgendes sehr freundlich gefragt:

„Was schlägst du als kostengünstige Alternative vor? Wenn man so wie ich in der Woche hundert Artikel verpacken muss, scharf den Preis kalkulieren muss? Heute wird ja leider fast nur noch auf billig und nicht mehr auf Handarbeit geschaut. Für Vorschläge bin ich dankbar.“

Es gibt viele Möglichkeiten günstig zu verpacken. Natürlich macht es einen Unterschied ob ich gewerblich oder privat verpacke, schließlich gibt es Auflagen und wirtschaftliche Aspekte zu bedenken. Dennoch, Butterbrottüten, Papierbanderolen, Cellophan und co. kann man auch gewerblich problemlos andenken.

Muss Seife denn verpackt werden? Privat muss man seine Seife nicht verpacken. Es reicht sie in einem Karton kühl, dunkel und gut belüftet zu lagern. Allerdings hällt sich der Duft schöner wenn die Seife nach der Reifezeit einzeln atmungsaktiv verpackt wird.

Hübsche Papieraufkleber, Stempel, Papierschnüre, Hanfschnüre und co. werten so ziemlich alle einfachen Verpackungsmaterialien auf. Manchmal ist es sogar attraktiv so einfach wie möglich zu verpacken. In der Reduktion liegt die Kunst. Einfach bedeute nicht simpel! Man denke an die Karikaturen! Hier ist Können gefragt denn nichts lenkt ab. Ein Strich, eine Aussage. Kein Zögern, keine Korrektur.

Die zunächst wichtigste Frage die ich mir stellen sollte ist Was will ich kommunizieren? Wen will ich mit meinen Produkten ansprechen? Welches Material macht Sinn?

Wie das geht bekommen es jeden Tag vorgemacht; Wenn ich in München schon in bestimmte Straßen gehe weiß ich welches Preissegment mich erwartet. So ist es mit Lädengeschäften auch. Würde ich zu Nanu..na gehen wäre mir schon im Vornherein klar welche Preise mich erwarten. Mir ist schon auf dem Weg zum Viktualienmarkt sonnenklar dass mich ein Pfund Walnüsse hier deutlich mehr kosten werden als wenn ich zum Supermakt an die Ecke gehe. Mit dem Betreten des fein duftenden, vogelbezwitscherten „Grünen Erde“ Laden am Viktualienmarkt ist schon vorher klar dass ich hier wohl nur Schauen werde da dieses Preissegment für mich, für einen kleinen Bummel, eher nicht in Frage kommt. Bei vielen Läden in der Maximilianstrasse entscheide ich längst vorher dass ich dort gar nicht erst Bummele. Wer in eine Maßschneiderei geht darf keine Konfektionspreise erwarten. Tut er es doch wird sicher kein Inhaber anfangen Diskussionen zu führen.

So ist das mit den Leuten die mit einem kleinen Label in Kontakt treten auch!

Wenn ich eine feine handgesiedete Seife in einem Organzabeutelchen verpacke dann kann das so aussehen wie eine Industrieseife im Organzabeutelchen beim Drogeriemakt. Mit dem Unterschied dass zwischen den beiden Varianten die Qualität und der Preis steht. In so einem Fall kommuniziere ich auf einer missverständlichen Ebene und trete in eine Konkurrenz die ich nicht möchte und schon längst verloren habe.

Im Idealfall schaffe ich eine Kommunikation die die Menschen anspricht die nicht über den Preis diskutieren, die wissen was sie erwartet und die ein wertiges Produkt suchen. Und wenn jemand schreibt dass ein Stück handgesiedete Seife zu teuer ist dann ist er nicht die richtige Zielgruppe! Keine Erklärungen, keine Rechtfertigungen!

Mal davon abgesehen: Ich nutze ein Seifenradl in der Dusche seit April 2018. Im Grunde nutzen es sogar die anderen auch oft genug, aber die rechne ich nicht mal mit ein. Das Seifenradl wog vielleicht 350g. Jetzt 8 Monate später hat es noch vielleicht 80g. Selbst wenn dieses Radl 25€ gekostet hätte wäre es in gewissem Sinne günstig denn das sind 3,10€ im Monat. Wie viel Duschmittel brauche ich in 8 Monaten? Ein Duschmittel von Weleda kostet gute 6€. (Ein Vergleich mit konventionellen Duschmittel hinkt weil keine vergleichbare Qualität. Weleda ist auch Industrie und reicht, wenn ich alles richtig mache und gute Zutaten verwende ebenfalls nicht an meine handgesiedete Qualität heran) Das macht, selbst wenn man nur eines im Monat rechnet (was Quatsch ist weil die Hälfte ausläuft dank der blöden Verschlüsse die sich nur schwer öffnen lassen wenn sie erst wieder richtig zu sind) 56€. Viel Plastik noch dazu.

In Summe kann ich vor allem dazu raten sich seinem eigenen Wert bewusst zu werden und seine Kommunikation stimmig zu machen. Das ist ein guter Anfang!

 

 

One thought on “Wie verpacke ich meine handgemachte Seife am besten? (Achtung enthält Werbung wegen Markennennung)

  • 28. Januar 2019 at 15:04
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    Superguter Artikel. Dankeschön!

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